Eddy Merckx

1945 Cyclisme 1965-1978

Wichtigste Titel

  • Tour de France x5 (1969, 1970, 1971, 1974, 1975)
  • Giro d'Italia x5 (1968, 1970, 1972, 1973, 1974)
  • Vuelta a España 1973
  • Straßenweltmeister x3 (1967, 1971, 1974)
  • Mailand-Sanremo x7 (absoluter Rekord)
  • Paris-Roubaix x3
  • Lüttich-Bastogne-Lüttich x5
  • Stundenrekord 1972 (49,431 km)

Schlüsselfakten

  • Gewann 1969 bei seinem ersten Tour-de-France-Start die Gesamtwertung, die Bergwertung UND die Punktewertung — ein Dreifacherfolg, der nie wieder erreicht wurde
  • Sammelte in seiner Profikarriere (1965–1978) 525 Siege — absoluter Weltrekord im Radsport
  • Gewann die Tour de France 5-mal, den Giro d'Italia 5-mal und die Vuelta einmal — als einziger Fahrer alle drei Grand Tours mindestens 5-mal
  • Pulverisierte im Oktober 1972 in Mexiko-Stadt den Stundenweltrekord mit 49,431 km in 60 Minuten
  • Triumphierte 7-mal bei Mailand-Sanremo — absoluter Rekord beim ältesten Klassiker im Radsport-Kalender
  • Gewann Lüttich-Bastogne-Lüttich 5-mal, Paris-Roubaix 3-mal und den Straßen-Weltmeistertitel 3-mal
  • Erhielt den Spitznamen 'Der Kannibale', weil er nicht nur gewinnen, sondern dominieren musste

Biografie

Eddy Merckx wurde am 17. Juni 1945 in Meensel-Kiezegem im flämischen Brabant (Belgien) geboren und wuchs in einer bescheidenen Familie auf — sein Vater betrieb ein Lebensmittelgeschäft in Woluwe-Saint-Pierre am Rande von Brüssel. Als Kind entdeckte er das Radfahren fast zufällig, doch die Leidenschaft ergriff ihn mit außergewöhnlicher Intensität. Mit 14 trat er einem lokalen Verein bei; mit 16 häufte er bereits Siege an. Seine Entwicklung war so stürmisch, dass er 1964 im Alter von 19 Jahren die Amateur-Straßenweltmeisterschaft in Sallanches gewann. Das Profifeld wartete bereits im Jahr darauf.

1965 wechselte er zu Solo-Superia in den Profibereich und offenbarte sofort seine Fähigkeit, in jedem Kontext zu gewinnen: Klassiker, Etappenrennen, Einzelzeitfahren. 1966 und 1967 triumphierte er bei Mailand-San Remo, dem ersten einer langen Siegesserie in der "Classicissima". 1968 gewann er seinen ersten Giro d'Italia und Paris-Roubaix. Jede Saison brachte eine neue Ernte von Siegen, doch das wahre Ausmaß des Phänomens zeigte sich erst 1969: Bei seiner ersten Tour de France räumte Merckx gleich alles ab — Gesamtwertung, Bergwertung und Punktewertung (ein seitdem nie wiederholtes Triple) sowie acht Etappensiege. Die Radsportwelt verstand: Sie stand vor etwas völlig Neuem.

Die Jahre 1969 bis 1975 bilden die Merckx-Ära. Er dominierte die Tour de France fünfmal, den Giro d'Italia fünfmal und die Vuelta a España einmal. Bei den großen Klassikern gewann er mit schwindelerregender Regelmäßigkeit: siebenmal Mailand-San Remo, fünfmal Lüttich-Bastogne-Lüttich, dreimal Paris-Roubaix, zweimal die Flandern-Rundfahrt, dreimal den Straßenweltmeistertitel. Sein Fahrstil war einzigartig: Er griff überall an, bei jedem Wetter, in jeder Situation. Er wartete nicht darauf, dass Rivalen schwächer wurden — er zermürbte sie von Beginn an. Dieser unstillbare Hunger nach Siegen brachte ihm den Spitznamen "Der Kannibale" ein, der Raphaël Géminiani zugeschrieben wird. Im Oktober 1972 pulverisierte er in der Höhe von Mexiko-Stadt den Stundenweltrekord mit 49,431 km in sechzig Minuten — eine Marke, die fast ein Jahrzehnt Bestand hatte.

Die Jahre 1975 bis 1978 brachten einen allmählichen Rückgang. Ein Sturz bei der Tour de France 1975 verursachte schwere Kieferverletzungen, und chronische Schmerzen wurden zum ständigen Begleiter. Sein Niveau blieb nach wie vor hoch, doch die absolute Dominanz war dahin. 1977 bestritt er seine letzte Tour de France, ohne Hinault und der aufstrebenden neuen Generation Paroli bieten zu können. Er beendete 1978 nach dreizehn Saisons auf höchstem Niveau seine Karriere.

Eddy Merckx' Erbe ist immens und wohl unerreichbar. 525 Siege während seiner Profikarriere — eine Zahl, die jenseits aller Vorstellungskraft liegt. Nahezu alle Fachleute und ehemaligen Fahrer betrachten ihn als den größten Radfahrer aller Zeiten. In Belgien ist sein Name eine nationale Institution, gleichbedeutend mit absolutem sportlichem Ruhm. Kein Fahrer ist jemals seiner Kombination aus Vielseitigkeit, Kraft und Langlebigkeit an der absoluten Spitze auch nur nahegekommen.

Karriere

Disziplin
Cyclisme
Klub / Team
Peugeot-BP, Faema, Molteni, Fiat
Karriere
1965-1978