Bernard Hinault
Wichtigste Titel
- Tour de France x5 (1978, 1979, 1981, 1982, 1985)
- Giro d'Italia x3 (1980, 1982, 1985)
- Vuelta a España x2 (1978, 1983)
- Straßenweltmeister (1980)
- Paris-Roubaix (1981)
- Lüttich-Bastogne-Lüttich x2 (1977, 1980)
- Lombardei-Rundfahrt (1979)
Schlüsselfakten
- Gewann 1978 bei seiner allerersten Tour-de-France-Teilnahme im Alter von 23 Jahren
- Einziger Fahrer, der alle drei Grand Tours und den Straßen-Weltmeistertitel gewonnen hat (1980)
- Gewann Paris-Roubaix 1981 bei strömendem Regen auf dem schwierigsten Kopfsteinpflaster
- Sammelte zwischen 1978 und 1985 5 Tour-de-France-, 3 Giro- und 2 Vuelta-Siege
- Lieferte sich 1986 einen kompromisslosen Kampf mit LeMond bei der Tour de France, bevor er ihm den Sieg überließ
- Trat 1986 mit 32 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Form zurück, seinem Wort treu
- Sein Spitzname 'le Blaireau' (der Dachs) symbolisiert die Zähigkeit und den unbeugsamen Charakter des Bretonen
Biografie
Bernard Hinault wurde am 14. November 1954 in Yffiniac in der Bretagne geboren und wuchs in einer einfachen Familie auf, in der Arbeitsethos und Charakterstärke von klein auf geprägt wurden. Nichts in seiner Herkunft ließ erahnen, dass dieser Bretone zu einem der größten Radsportler der Geschichte werden würde — außer einem eisernen Willen, der ihn von Beginn an auszeichnete. Er entdeckte das Radfahren aus Leidenschaft, setzte sich schnell im Amateurbereich durch und wurde 1975 mit 20 Jahren bei Gitane Profi. Mit außergewöhnlicher Physis, taktischem Scharfsinn und kämpferischem Charakter hinterließ er sofort seinen Eindruck.
Sein Aufstieg war steil und entschlossen. 1977, mit gerade 22 Jahren, gewann er Lüttich-Bastogne-Lüttich, eines der ältesten und renommiertesten Eintagesrennen der Welt. Im folgenden Jahr, 1978, triumphierte er erstmals bei der Tour de France — mit 23 Jahren — und gewann in derselben Saison auch die Vuelta a España. Sein Rennstil war sofort erkennbar: frontaler Angriff, kein Verhandeln mit dem Schmerz und natürliche Autorität über das Peloton. Der Spitzname "le Blaireau" (der Dachs), den er sich schnell verdiente, fasste seine Hartnäckigkeit und seinen Kampfinstinkt treffend zusammen.
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere dominierte Hinault den Radsport wie kaum ein Champion vor ihm. Er gewann fünf Tour-de-France-Titel (1978, 1979, 1981, 1982, 1985), drei Giri d'Italia (1980, 1982, 1985), zwei Vueltas (1978, 1983) und die Straßen-Weltmeisterschaft 1980 in Sallanches. Er gehört zu den ganz wenigen Fahrern, die alle drei großen Rundfahrten und die Weltmeisterschaft gewonnen haben. Sein Sieg bei Paris-Roubaix 1981, bei strömendem Regen und auf brutalen Kopfsteinpflasterstrecken, bleibt eine der ikonischsten Leistungen seiner Karriere. 1985 unterstützte er seinen jungen amerikanischen Teamkollegen Greg LeMond dabei, den zweiten Platz bei der Tour zu sichern — und bewies damit, dass hinter dem Krieger ein Mann von Wort steckte.
Die Rivalität zwischen Hinault und LeMond nahm 1986 eine dramatische Wendung: Die beiden Männer, die sich gegenseitig hätten helfen sollen, lieferten sich beim Tour de France ein erbittertes Duell. LeMond siegte schließlich, und Hinault trat, seinem Wort getreu, am Ende der Saison mit gerade 32 Jahren und in bester körperlicher Verfassung zurück. Diese Entscheidung — im Spitzensport selten — zeugte von absoluter Selbstbeherrschung.
Bernard Hinaults Vermächtnis ist gewaltig. Mit fünf Tour-de-France-Siegen steht er neben Jacques Anquetil, Eddy Merckx und Miguel Indurain als einer der größten Sieger des Rennens. Als überragende Gestalt des französischen Radsports verkörpert er den vollständigen Fahrer: siegreich in den Bergen, im Zeitfahren und bei den Pflasterklassikern. Sein außergewöhnliches Palmares und sein unzähmbarer Charakter machen ihn zu einer absoluten Legende des Weltradsports.
Karriere
- Disziplin
- Cyclisme
- Klub / Team
- Gitane-Campagnolo, Renault-Gitane, La Vie Claire
- Karriere
- 1975-1986